Fussballerinnen und Fussballer trainieren wieder!

So eben und gesund hat der Naturrasen in Kappel lange nicht mehr ausgesehen.

80 Tonnen Sand wurden kürzlich darin verteilt, massenweise Unebenheiten beseitigt, Löcher hinein gestoßen. Jetzt wird das kurz geschnittene Grün kräftig gewässert und soll sich ausruhen – bis irgendwann der Liga-Fußball wieder losgeht. Die Jugendmannschaften im Alter von 10 – 16 Jahren dürfen beim FC Kappel nach strengen Corona-Schutzkonzept wieder auf den Platz. Seit dem 19.05 trainieren die Jungs und Mädels wieder. Die 1. Mannschaft ebenfalls. Vorher haben sie sich mit Name, Anschrift und Telefonnummer in einer Liste eingetragen, die Hände desinfiziert. Es ist, nach mehr als zweimonatiger Corona-Pause, das Comeback auf dem Trainingsplatz. Hier wird mit Freude gearbeitet und jeder Quadratmeter genutzt.

Vier Spieler, ein Trainer, lautete die Faustregel. Mittlerweile sind 10 Spieler mit Abstandsregeln erlaubt.

Drei Ecken, ein Elfer, das ist noch nicht drin. Keine Zweikämpfe, Abstandsgebot auch beim Üben. Vier Spieler, ein Trainer, lautet die Faustregel. Rund 10 Übungsleiter sind die ganze Woche über im Einsatz, um jedem der 63 Jugend-Kicker zumindest eine Trainingseinheit pro Woche anzubieten. Beinahe Alle Spieler sind wieder an Bord, was uns doch überraschte. Die Kabinen sind abgeschlossen.

Wir mussten am 13. März alles herunterfahren und den Trainingsbetrieb einstellen. Erfreulich, dass wir auch wieder eine der Ersten Vereine sind, die wieder starten“, sagt Michael Popko. Das ging, weil Maximilian Jacobi und Mathias Ziegler aus der Gesundheitsbranche sind und alle Trainer mit Schulungen fit machen konnte. „Weil wir super Trainer haben, die sich extra diverse Übungen aus dem Internet geholt haben, um das Training zu gestalten“, sagt Michael Popko. Und weil die Eltern größtenteils Vertrauen haben, nur wenige haben ihre Kinder aus Angst vor einer Ansteckung vom Training ferngehalten.

Die Kinder sehnen sich danach, wieder zu kicken

Die Ansage ist klar: Wer sich nicht an die Regeln hält, geht heim. Auch die sportlich seit Wochen nicht ausgelasteten Pubertierenden hielten sich dran, allesamt. Zur Rückkehr aufs Grün wird erst mal etwas aufgewärmt. Dann Dribbling, rückwärts laufen, über Hindernisse hüpfen, Torabschluss.

Bei Christoph Reiser und seinem Filius war es anders. Erst ging das Vater-Sohn-Gespann auf der Wiese im heimischen Kappel kicken, und als auch das verboten wurde, ging es zwei, drei Mal die Woche auf dem Fahrrad durch die Natur. „Der Bewegungsdrang ist doch da. Keine Schule mehr, Alltag weg, Freunde weg, Fußball weg, da staut sich Energie an, die raus muss.“ Wobei die D-Junioren noch recht reserviert wirken. Irritation über die neue Situation, sich erst mal wieder auf dem Feld akklimatisieren – und dann geht irgendwann auch kräftig die Pumpe. Doch als die Trainer den Neustart über die WhatsApp-Gruppen mitgeteilt hatten, toste kollektiver Jubel durch die Wohn- und Kinderzimmer. Wieder mit den Kumpels neben dem großen Grün kicken zu können, darauf haben die jungen Fußballer lange hingefiebert.